Preise: 721 | Gewinner: 15972 | 24.04.2019 | facebook facebook


19 | 08 | 2010

 

JOURNALISTENPREISE.DE INTERVIEW


KAUSA Medienpreis: Sprecht mit Migranten!

Newsbild New

 
Für die Politikwissenschaftlerin Seda Rass-Turgut (Foto: Jürgen Krause/JOBSTARTER) ist es besonders wichtig, dass nach über 50 Jahren Migration aus ehemaligen „Gastarbeitern“ Einwanderer werden und ihre Nachkommen über echte Bildungschancen verfügen. Im Gespräch mit JournalistenPreise.de spricht sie über den in diesem Jahr erstmals ausgeschriebenen KAUSA Medienpreis.

 

  JournalistenPreise.de: Warum haben Sie den KAUSA Medienpreis ins Leben gerufen?

Seda Rass-Turgut: Wir haben die Idee zum KAUSA Medienpreis entwickelt, als eine Flut an negativen Schlagzeilen über Migrantinnen und Migranten durch die deutsche Presse ging. In unserer täglichen Arbeit sehen wir aber: Erstens gibt es "den Migrant" an sich nicht. Menschen mit Migrationshintergrund sind sehr verschieden und gehören keiner einheitlichen Gruppe an. Zweitens fallen viele Migranten, die Deutschland als ihren Lebensmittelpunkt sehen und gut integriert sind, nicht mehr als solche auf, sind also unsichtbar.

Mit dem KAUSA Medienpreis möchten wir die Öffentlichkeit auf die unterschiedlichen Lebenswelten von Migrantinnen und Migranten aufmerksam machen und zwar in einem Bereich, in dem wir uns am besten auskennen: Im Bildungsbereich, genauer in der Ausbildung von jungen Migranten sowie ihren Förderern, den Ausbildern. Dabei sagen wir jungen Journalistinnen und Journalisten: Geht auf die Straße und sprecht mit den jugendlichen Migranten, die oft in den Medien als die Bildungsverlierer und Integrationsverweigerer dargestellt werden, über ihre berufliche Zukunft. Oder besucht Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund, die Jugendlichen egal welcher Herkunft die Chance auf einen Ausbildungsplatz geben, und macht ihre Geschichte in euren Texten sichtbar.

Es geht uns nicht darum, Probleme und Schwierigkeiten von Migration und Integration zu verschweigen, sondern ganz genau hinzuschauen, welche Steine und Hürden auf den Bildungswegen von Migranten liegen und wie diese im wirklichen Leben ausgeräumt werden können.

JournalistenPreise.de: Haben Sie den Eindruck, dass bisher zu wenig über Bildungswege von Migranten berichtet wird?

Seda Rass-Turgut: Es wird vielleicht nicht zu wenig, aber unserer Ansicht nach zu einseitig über die Bildungssituation von Migrantinnen und Migranten berichtet. Es stimmt: Leider gibt es immer noch eklatante Unterschiede in den Bildungsabschlüssen. Jugendliche mit Migrationshintergrund bleiben immer noch viel zu oft ohne Berufsabschluss, wodurch sie schlechte Chancen auf einen Ausbildung und einen guten Arbeitsplatz haben. Aber die Gründe hierfür sind unterschiedlich und nicht nur bei den Jugendlichen zu suchen. Daher wollen wir mal den Spot auf diejenigen setzen, die es vielleicht trotz widriger Umstände schaffen.

JournalistenPreise.de: Was genau verbirgt sich hinter KAUSA?

Seda Rass-Turgut: Das Handwerk hat neulich zu Beginn des neuen Ausbildungsjahrs verkündet, dass 10.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben sind, da sie nicht die geeigneten Jugendlichen gefunden haben. Auf der anderen Seite finden viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz.

Das Bundesbildungsministerium versucht in beide Richtungen, der Qualifizierung von Jugendlichen sowie der Akquise von Ausbildungsplätzen, Abhilfe zu schaffen. KAUSA, die Koordinierungsstelle Ausbildung bei Selbstständigen mit Migrationshintergrund ist Teil des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER, das die Entwicklung von Ausbildungsplätzen in ganz Deutschland fördert.

JournalistenPreise.de: Der KAUSA Medienpreis ist hoch dotiert. Wie gehen Sie in der Auswahl vor, nach welchen Kriterien werden die Einsendungen bewertet?

Seda Rass-Turgut: In unserer Jury sitzen sehr erfahrene Journalistinnen und Journalisten, die sich bereits intensiv mit der Berichterstattung über Migranten auseinandergesetzt haben. Marjan Parvand, die Vorstandsvorsitzende der Neuen deutschen Medienmacher ist übrigens auch in der Jury.

Bei der Bewertung der Beiträge spielt für uns neben der journalistischen Qualität der Einreichungen, der Bezug zum Thema Ausbildung und Berufsbildung von Migrantinnen und Migranten sowie die Verständlichkeit der Lebenswelt von Migranten in Deutschland eine Rolle.

JournalistenPreise.de: Wie hoch ist bisher das Feedback?

Seda Rass-Turgut: Wir sind ein wenig selbst überrascht über das ausschließlich positive Feedback. Viele junge Journalisten sind regelrecht begeistert von der Idee, wir scheinen da den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Nicht zuletzt werden wir von prominenten Journalisten und Autoren wie Dunja Hayali, Mitri Sirin und Wladimir Kaminer unterstützt, die in unserem Internetspot auf den Wettbewerb aufmerksam machen.

Mehr zu dem Preis unter http://www.kausa-medienpreis.de und auf JournalistenPreise.de!



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