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17 | 09 | 2010

 

JOURNALISTENPREISE-NEWS


Zu wenig aktuelle Wirtschaft im Fernsehen

Newsbild New

 
Die wirtschaftlichen Ereignisse der vergangenen zwölf Monate haben nach Untersuchungen des von den deutschen Industrie- und Handelskammern (IHKs) gestifteten Ernst-Schneider-Preises Schwächen in der Berichterstattung deutlich gemacht. „Es fällt auf, wie wenig tagesaktuelle Sondersendungen das Fernsehen zu wirtschaftlichen Großereignissen macht“, sagte Walter Richtberg (Foto), Vorsitzender des Ernst-Schneider-Preis e. V.

 

  Das Fernsehen habe auf außergewöhnliche Ereignisse - drohender ökonomischer Kollaps, beispiellose Anstrengungen zur Rettung des Euro, Finanzkrise der Kommunen - nicht angemessen reagiert. Defizite sieht man beim Journalistenpreis der deutschen Wirtschaft auch in Unterhaltungssendungen. Die jetzt vorgelegte Analyse der Wirtschaftsberichterstattung stützt sich auf Studien, Medienbeobachtungen und die Auswertung von über 1000 Beiträgen des renommierten Journalistenwettbewerbs.

Die ARD habe lediglich einen „Brennpunkt“ (zur Griechenland-Krise) gesendet. Auch das vergleichbare „ZDF spezial“ sei kaum für Wirtschaftsthemen genutzt worden. Richtberg wünscht sich neben Dokumentationen mehr aktuelle Beiträge, die die komplexen Vorgänge in der Wirtschaft unter Verzicht auf Fachausdrücke einem breiten Publikum verständlich erklären. „Öffentlich-rechtliche Sender haben die Ressourcen, gesellschaftlich wichtige Themen aufzugreifen und die Zuschauer mit relevanten Informationen zu versorgen.“

Nachholbedarf sieht der Ernst-Schneider-Preis e. V. auch in der Fernsehunterhaltung. Die Diskrepanz zwischen der Realität der Zuschauer und der im Fernsehen gezeigten Welt werde größer. Während Digitalisierung und Globalisierung nahezu allen Arbeitsbereichen gravierende Veränderungen abverlangten, zeigten die Sender im fiktionalen Programm oft eine wenig gewandelte, klischeelastige Lebenswirklichkeit. Diese Darstellung werde von jüngeren Zuschauern immer weniger geschätzt.

Die Printmedien hätten im vergangenen Jahr auf die bemerkenswerten Ereignisse flexibler reagiert und vielfach in Titelgeschichten den wirtschaftlichen Lauf der Welt erklärt. Die Berichterstattung sei nachgefragt worden und belege das gewachsene Interesse der Menschen an wirtschaftlichen Zusammenhängen. Auffallend sei dabei die Fülle der Darstellungsformen gewesen, die zu zahlreichen herausragenden Dokumentationen, Reportagen, Themenseiten, Interviews und Serien geführt habe.

Hintergrund

Der Ernst-Schneider-Preis ist der Journalistenpreis der deutschen Wirtschaft. Er ist benannt nach dem Unternehmer und Kunstmäzen Ernst Schneider, der von 1963 bis 1969 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages war. Der Medienpreis der IHKs setzt sich für die Behandlung wirtschaftlicher Themen in den Medien ein und schreibt seit 1971 einen renommierten Autorenwettbewerb aus.

Service

Die Studie ist beim Ernst-Schneider-Preis der deutschen Industrie- und Handelskammern e.V. (per E-Mail an sigrid.baum@koeln.ihk.de) erhältlich.



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