Preise: 731 | Gewinner: 16362 | 24.08.2019 | facebook facebook


27 | 10 | 2010

 

JOURNALISTENPREISE-NEWS


Frauen: Keine Ahnung von Erneuerbaren Energien

Newsbild New

 
Nicht eine einzige Frau, dafür sieben Männer haben den Journalistenpreis unendlich viel Energie 2010 gewonnen. Tarik Ahmia (Foto), Johannes Kaiser, Jürgen Webermann und Matthias Sdun, Paul Langrock, Christian Jentsch und Michael Stifter nahmen jetzt in Berlin den Preis für ihre Beiträge über Erneuerbare Energien entgegen.

 

  In fünf Kategorien wurden in Berlin die besten Medienbeiträge über Erneuer­bare Energien prämiert. Eine Jury aus Journalisten und Experten kürte die Siegerbeiträge aus mehr als 200 Einsendungen.

Die ausgezeichneten Journalisten und Beiträge im Einzelnen:

Kategorie 1: Print-/Onlinemedien

Der Preis für den besten Beitrag in Print- bzw. Onlinemedien ging an den Journalisten Tarik Ahmia für seinen Artikel Windige Geschäfte in der Tageszeitung taz vom 19. Februar 2010. In dem aufwändig recherchierten Beitrag enthüllt der Autor dubiose Geschäftspraktiken eines Anbieters von Windenergie-Genussrechten, der Kleinanleger mit acht Prozent Zinsen lockt. Obgleich der Artikel nur Schattenseiten der regenerativen Energiewirtschaft beleuchtet, überzeugte er durch seine herausragende journalistische Qualität. Die Jury würdigte den fakten- und quellenreichen Artikel als kritischen und investigativen Journalismus, ohne reißerisch zu wirken.

Kategorie 2: Hörfunk

Dringend gesucht: Speicher für Erneuerbare Energien, so der Titel des prämierten Hörfunkbeitrags, der am 11. März 2010 im Deutschland radio Kultur ausgestrahlt wurde. Der Autor Johannes Kaiser widmet sich darin einem Thema mit hoher Relevanz, das aber aufgrund seiner Komplexität schwierig zu vermitteln ist. Der knapp halbstündige Bei trag erkläre gut, seriös und wertungsfrei die verschiedenen techni schen Möglichkeiten, Strom zu speichern, stellt die Jury fest. Dies werde auch akustisch sehr gut und plastisch dargestellt. Und das ist beim Thema Speichertechnologien eine echte Leistung, so die Jury.

Kategorie 3: Fernsehen

Den Fernsehpreis teilen sich die Journalisten Jürgen Webermann und Matthias Sdun für ihre Dokumentation Bis zum letzten Tropfen. Vom Ende des Öls, ausgestrahlt am 28. September 2009 im NDR. Die um fangreichen Recherche- und Dreharbeiten führten die Autoren über Norddeutschland nach Paris, New York und auf entlegene Ölfelder in Saudi-Arabien. Informative Statements und Portraits wechseln ab mit beeindruckenden Bildern von Erdölförderung und Erdölhandel. Die Jury stellt fest: Der Film zeichnet sich durch eine breite Auswahl wichtiger Quellen und guter O-Töne aus, die dem Zuschauer ein fundiertes eigenes Urteil ermöglichen. Der bild- und schnitttechnisch gelungene Film führe die Notwendigkeit vor Augen, nach Ersatz für Erdöl zu suchen, etwa im Bereich Erneuerbarer Energien.

Kategorie 4: Foto

Der auf Erneuerbare-Energien-Motive spezialisierte freie Fotograf Paul Langrock ist der erste Journalist, dem die Jury den Medienpreis unendlich viel energie nach 2007 bereits zum zweiten Mal anerkennt. Sein spektakuläres Foto Strom aus der Wüste, erschienen in der Ausgabe 1/2010 des Magazins stern, überzeugte die Jury hinsichtlich fotografischer Qualität, Perspektive und Aussagekraft. Es zeigt zwei solarthermische Kraftwerke nahe Sevilla mit hunderten halbkreis förmig angeordneten Spiegeln aus der Vogelperspektive.

Sonderpreis: Erneuerbare Energien vor Ort

Der lokalen Nutzung Erneuerbarer Energien war in diesem Jahr ein Sonderpreis gewidmet. Hier kürte die Jury zwei Siegerbeiträge:

Die Stromrebellen Kleine Kommunen gegen große Kon zerne. Die Reportage von Christian Jentzsch zeigt das zähe Ringen und die vielen mühsamen, kleinen Schritte auf dem Weg zur eigenständigen, regenerativen Stromversorgung in acht kleinen Gemeinden im Münsterland. Gesendet im WDR Fernsehen am 8. März 2010.

Michael Stifters Artikel Viel Wind um ein Rad in der Augs burger Allgemeinen Zeitung (12. Oktober 2009) zeichnet ein plastisches Bild zweier Gemeinden mit unterschiedlicher Haltung zu Windkraftanlagen und vermittelt in der reportage artigen Erzählung viel Faktenwissen und Argumente.

Hintergrund

Der Journalistenpreis unendlich viel energie wird einmal jährlich von der Agentur für Erneuerbare Energien ausgelobt. Er honoriert Medienbeiträge, die in hervorragender Weise die Rolle und Be­deutung der Erneuerbaren Energien in Deutschland vermitteln. Schirmherr des Preises ist der ehemalige UNEP-Direktor und Bundesumweltminister a. D., Prof. Dr. Klaus Töpfer.

Zumindest in der Jury saßen auch Frauen: Ruth Eichhorn, Director of Photography beim Magazin GEO; Dokumentarfilmer Carl A. Fechner, Björn Klusmann, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie; Hanne May, Chefredakteurin der Zeitschrift neue energie; RBB-Moderator Robert Skuppin sowie Daniel Wetzel, Redakteur der Tageszeitung Die Welt.



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