Preise: 731 | Gewinner: 16643 | 18.10.2019 | facebook facebook


25 | 11 | 2010

 

JOURNALISTENPREISE.DE INTERVIEW


Fachwissen beim Medienpreis Politik beweisen

Newsbild New

 
Ganz schnell sein - noch bis zum 30. November 2010 können sich Journalistinnen und Journalisten für den Medienpreis Politik 2010 des Deutschen Bundestages bewerben! Im Gespräch mit JournalistenPreise.de erklärt Dr. Hanspeter Blatt (Bild) vom Deutschen Bundestag die Bedeutung des Medienpreises und sagt, warum sich die Teilnahme lohnt.

 

  JournalistenPreise.de: Warum vergibt der Deutsche Bundestag einen eigenen Medienpreis Politik?

Dr. Hanspeter Blatt: Dass Politik ein schwieriges Geschäft ist, dürfte niemand bezweifeln wer nach einfachen Lösungen sucht, ist in der Politik fehl am Platze. Daraus folgt aber auch, dass Politik nicht einfach zu vermitteln ist und ihre Vermittlung, sei es in kritischer oder in bestätigender Absicht, Sachkenntnis und Wortwitz erfordert. Beispiele einer solchen kenntnisreichen wie spannend zu lesenden Berichterstattung und Analyse von Politik sollen mit dem Medienpreis Politik ausgezeichnet werden, um sie bekannt zu machen und gerade junge Journalisten zu ermutigen, sich ebenfalls mit Politik insbesondere der Arbeit der Parlamente - auseinanderzusetzen.


JournalistenPreise.de: Welche Unterstützung bietet der Deutsche Bundestag den Journalistinnen und Journalisten bei der Recherche?

Dr. Hanspeter Blatt: Die wichtigste Grundlage für eine faire, erfolgreiche Recherche ist Transparenz: Der Deutsche Bundestag bietet Journalisten die größtmögliche Bewegungsfreiheit zur Berichterstattung im Hause. Auch darauf, dass ihre Anfragen zügig und vollständig beantwortet werden, können sich die Journalisten verlassen. Das Parlament, seine Arbeit und den Dienst der Verwaltung zu erklären, ist unsere erste Aufgabe. Das geht nur, wenn beide Seiten offen und fair spielen und wirkliches Verständnis für die Interessen des jeweils anderen haben.


JournalistenPreise.de: Die Politik schafft es oft nur noch dann in den Mittelpunkt der Medien zu rücken, wenn sie skandalisiert werden kann. Woran liegt es, dass es politische Hintergrundthemen in Berlin besonders schwer haben, ihren Weg in die Medien zu finden?

Dr. Hanspeter Blatt: Eine Tendenz zur verkürzten Darstellung politischer Zusammenhänge und Prozesse ist unbestreitbar; Ziel des Medienpreises aber ist es gerade zu zeigen, dass auch eine differenzierte Berichterstattung so interessant und kurzweilig gestaltet sein kann, dass sie auf ein breites Interesse trifft.


JournalistenPreise.de: Wer die bisherige Gewinnerliste betrachtet, sieht vor allem die Namen von Medienmachern, die bei überregionalen Medien tätig sind. Warum trauen sich Journalistinnen und Journalisten von regionalen Medien anscheinend nicht, an dem Medienpreis des Deutschen Bundestages teilzunehmen?

Dr. Hanspeter Blatt: Gerade die regionalen Medien verfügen nicht nur über eine besondere Bindung der Leser, Hörer oder Zuschauer an sie, sondern sie tragen wesentlich zur Vermittlung des politischen Geschehens gerade an solche Menschen bei, die sich nicht ständig und intensiv mit Politik beschäftigen. Sie können deshalb dem Ziel des Medienpreises, zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beizutragen und zur Beschäftigung mit den Fragen des Parlamentarismus anzuregen, in besonderer Weise entsprechen. Parlamentarismus beginnt in der Ortsgemeinde, auch gute Geschichten gibt es dort ganz sicher zuhauf.


JournalistenPreise.de: Der Medienpreis Politik des Deutschen Bundestages wird unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten Dr. Lammert vergeben. Nimmt er persönlich Einfluss auf die Jury?

Dr. Hanspeter Blatt: Der Bundestagspräsident als Schirmherr des Preises achtet lediglich darauf, dass das Vergabeverfahren gemäß den Leitlinien für den Medienpreis abläuft und das von der Jury zur Auszeichnung vorgeschlagene Werk den Zielen des Medienpreises entspricht, wie sie in diesen Leitlinien definiert sind. Auf die Überlegungen und Entscheidungen der Jury nimmt er keinen Einfluss.


Zur Person: Dr. Hanspeter Blatt wurde 1950 in Andernach am Rhein geboren. Er besuchte Schulen in Andernach, Bonn und Paris und studierte Romanistik und Philosophie in Bonn und Tübingen (Promotion 1979). Anschließend war er bei der Hochschulrektorenkonferenz und bei verschiedenen Stiftungen im Bereich der internationalen Beziehungen und der Entwicklungspolitik tätig. Seit 1987 ist er Mitarbeiter der Verwaltung beim Deutschen Bundestag, seit 2001 Leiter Fachbereich Geschichte, Zeitgeschichte und Politik und in dieser Funktion zuständig für die Betreuung der Parlamentspreise des Deutschen Bundestages.

Hintergrund

Mehr über den Medienpreis Politik, der mit 5.000 Euro dotiert ist, unter http://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/parlamentspreise/medienpreis/index.html oder auf http://www.JournalistenPreise.de.



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