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06 | 09 | 2011

 

JOURNALISTENPREISE-NEWS


Spiegel-Redakteur schreibt Stipendium aus

Newsbild New

 
Es ist die vielleicht ungewöhnlichste Liebeserklärung des Jahres an den deutschen Journalismus. Weil ausführliche Recherchen aus seiner Sicht in immer weniger Medienhäusern möglich sind, schreibt Dirk Kurbjuweit (Foto: Reporter-Forum.de), Leiter des Hauptstadtbüros des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", das Seminyak-Stipendium aus. Stifter sind der 1962 geborene Journalist, seine Frau Bettina sowie die Kinder des Paares, Marja und Jonas. UPDATE 8. September 2011: Wie Reporter-Forum.de berichtet, wird Claus Kleber vom ZDF das Seminyak-Stipendium unterstützen und gibt seinerseits 5.000 Euro. Das Preisgeld beträgt also jetzt insgesamt 10.000 Euro, Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2011.

 

  Dirk Kurbjuweit, zweimaliger Egon-Erwin-Kisch-Preisträger (Henri-Nannen-Preis), macht mit seiner ungewöhnlichen Aktion auf die immer schlechter werdende Situation in den deutschsprachigen Medien aufmerksam: Für mich ist es ein schwer erträglicher Gedanke, dass die Welt rasch zusammenwächst, der Journalismus aber nicht Schritt halten kann, weil kaum ein Verlag aufwendige Recherchen finanzieren will. Wir könnten dann den Anspruch, die kontrollierende Gewalt zu sein, nicht mehr aufrecht erhalten.

Kurbjuweit schildert seine Erfahrungen beim Spiegel: "2001 habe ich mit meinem Kollegen Dietmar Hawranek eine Geschichte über DaimlerChrysler recherchiert. Die beiden Unternehmen hatten fusioniert und dann noch Mitsubishi mit ins Boot geholt. Der Konzern-Chef Jürgen Schrempp behauptete, dieses Gebilde habe eine wunderbare Zukunft vor sich. Dietmar Hawranek und ich waren in Auburn Hills bei Chrysler, in Tokio bei Mitsubishi und in Stuttgart bei Daimler-Benz. Wir waren in Rom, in Sindelfingen, in Los Angeles, in Graz. Am Ende hatten wir den Eindruck, dass dieses Gebilde nicht gut funktionieren wird, weil die Autokulturen der drei Länder zu verschieden sind. Es ist so gekommen, der Konzern fiel auseinander. Diese Geschichte hat dem Reiseetat des "Spiegel" eine Menge zu verdanken. Wir konnten zu unseren Erkenntnissen nur kommen, weil wir mit Amerikanern, Japanern und Deutschen geredet und ihre jeweiligen Auto-Welten erlebt haben. Wir brauchten das Gespräch und die Anschauung, um zu einem kompetenten Urteil kommen zu können. Reporter können anders nicht arbeiten."

Kurbjuweit betont: "Ich will nicht einem bombastischen Journalismus das Wort reden. Ich weiß, dass man mit einem Straßenbahn-Ticket enorm wichtige und wunderbare Geschichten recherchieren kann. Ich finde sie immer wieder in den Zeitungen und Zeitschriften. Dieser Journalismus ist nicht bedroht. Selbst eine verarmte Zeitung wird lesenswert sein, wenn sie gute Reporter hat, die in ihrer Umgebung Augen und Ohren offenhalten."


Idee zum Preis kam auf Bali

Seminyak ist ein kleiner Ort auf der indonesischen Insel Bali. Dort wurde die Idee für den Preis geboren. "Da mein Einkommen auch das Einkommen meiner Familie ist, kommt das Stipendium von mir, von meiner Frau Bettina und unseren Kindern Marja und Jonas. Sie haben in Seminyak als erste von dieser Idee erfahren und tragen sie gerne mit."

Hintergrund und Bedingungen

Das Stipendium soll in jedem Jahr eine Recherche in Deutschland oder im Ausland bis zu einer Summe von 10.000 Euro finanzieren. Es kann geteilt werden.

In der Jury sitzen Nils Minkmar von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Ariel Hauptmeier vom Magazin Geo und Dirk Kurbjuweit. Der oder die Träger des Stipendiums werden, soweit sie das wünschen, von Dirk Kurbjuweit betreut, bis es einen druckbaren Text gibt.

Das Höchstalter liegt bei 35 Jahren.

Es soll um Geschichten gehen, die für ein Print-Medium vorgesehen sind.

Reise-Reportagen werden nicht gefördert, es soll um harte Recherchen gehen.

Es können sich freie und angestellte Journalisten bewerben, ausgeschlossen sind Redakteure von überregionalen Zeitungen und großen Magazinen.

Einen Abdruck der Geschichten im "Spiegel" wird es nicht geben.

Die erste Hälfte des Stipendiums wird sofort ausgezahlt, die zweite Hälfte nach einem ersten Recherchebericht, der mit Belegen unterfüttert sein sollte. Geld, das nicht abgerufen oder zurückgezahlt wird, fließt in den Topf des folgenden Jahres.

Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 15. Oktober 2011, die Entscheidung der Jury wird im November fallen.

Die Jury braucht: einen Lebenslauf, ein Expose der Geschichte mit Angaben zu einem Medium, das für diesen Text infrage kommt, einen Rechercheplan, eine Kostenschätzung. Das alles soll maximal je eine Seite umfassen. Dazu werden drei Textproben erbeten.

Kontakt: Dirk_Kurbjuweit@spiegel.de oder: Der Spiegel, Hauptstadtbüro, Pariser Platz 4a, 10117 Berlin



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