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01 | 11 | 2011

 

JOURNALISTENPREISE-NEWS


Auszeichnung für Angela Wittmann und Irene Klünder

 
Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Montag in Bonn zum neunten Mal den Katholischen Medienpreis in den Bereichen Print und elektronische Medien sowie die „Auszeichnung journalistisch WERTvoll“ verliehen. Preisträgerinnen sind Angela Wittmann und Irene Klünder, eine sechsköpfige Jury wählte sie aus unter 197 Beiträgen aus.

 

  Das Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro teilen sich die Hauptpreisträger: In der Kategorie Print-Medien ging der Katholische Medienpreis an Angela Wittmann, deren Geschichte „Engelchen, flieg!“ (erschienen in „Brigitte“ am 1. Dezember 2010) vom Halten und Loslassen handelt, von der Beziehung eines Vaters zu seiner Tochter und deren sechsköpfiger Pflegefamilie. Laudator Oliver Steinbach, stellvertretender Chefredakteur des Magazins „Eltern“ unterstrich das Anliegen des Beitrags: „Wir sehen Menschen, die, wie man in unserer ökonomisierten Welt sagt, investieren – ohne zu wissen, welchen Ertrag das bringen wird … Angela Wittmann zeigt uns, wozu große Herzen imstande sind; wie Menschen, um ihrem Engelchen zum Fliegen zu verhelfen, eigene Bedürfnisse zurückstellen.“ Die Autorin lasse miterleben, wie Menschen verantwortlich, christlich handeln – indem sie das Geliebte halten und beschützen, wo es möglich ist; aber auch loslassen, wenn es nötig wird.

Mit dem Katholischen Medienpreis in der Kategorie elektronische Medien zeichnete Erzbischof Robert Zollitsch den Fernsehbeitrag „Die Witwe und der Mörder“ von Irene Klünder aus, gesendet in der ARD-Reihe „Gott und Welt“ am 3. April 2011. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, hob in seiner Laudatio hervor, was diesen prämierten RAF-Film von den vielen anderen vergangener Jahre unterscheidet: „Irene Klünder stellt in ihrem Film die sogenannten ‚namenlosen’ Opfer in den Vordergrund, die in der Berichterstattung lediglich als ‚Begleitperson, Fahrer oder Polizist’ auftauchen“. Diese namenlosen Opfer, der erschossene, niederländische Polizist Arie Kranenburg und seine Witwe sowie der mehrfach angeschossene Kommissar Wolfgang Seliger und ihre Familien, „werden zum menschlichen, lebensbejahenden Gegenentwurf gegenüber der inhumanen und verbohrten Ideologie der RAF, die Menschen zu Funktionsträgern degradierte“, so Professor Hütter. Dabei komme mit Werner Lotze im Film auch ein ehemaliger RAF-Terrorist zu Wort, der seine Tat bereue und offen darüber spreche, wie er damit weiterlebe, einen Menschen ermordet zu haben.

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Juryvorsitzende Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) berichtete, dass die Jury mit so vielen hervorragenden Stücken konfrontiert worden sei, dass diese sich erneut entschieden habe, neben den Hauptpreisen auch die „Auszeichnung journalistisch WERTvoll“ zu verleihen.

Die „Auszeichnung journalistisch WERTvoll“ im Bereich Print-Medien erhielten:

- Dimitri Ladischensky („Der Bittgang“, erschienen in „Mare“, April/Mai 2011)
- Stefanie Mager („Das Präparat aus Kühlzelle 5“, erschienen in „stadtgottes“, November 2010)
- Christoph Strack („Kulturberichterstattung“, erschienen in der Katholischen Nachrichtenagentur, Juli – Dezember 2010)

Im Bereich elektronische Medien wurden folgende Personen mit der „Auszeichnung journalistisch WERTvoll“ bedacht:

- Gönke Harms und Detlef Flintz („Kinderschinder – Der Preis für eine Tasse Kaffee“, Fernsehbeitrag „ARD exclusiv“ vom 31. Oktober 2010)
- Robert Ralston („Welcher Glaube für mein Kind?“, Fernsehbeitrag NDR/Arte vom 20. November 2010)
- Ralf Stutzki („Das 14. Jubiläum von ‚DU bist Radio…’“, Hörfunkbeitrag im Radio Kanal K, Aarau/Schweiz vom 26. Dezember 2010)

Hintergrund

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM.) verliehen. Für den Katholischen Medienpreis wurden 197 Beiträge eingereicht (79 in der Kategorie Print, 118 in der Kategorie elektronische Medien, davon 2 Internetbeiträge). Zur Jury gehören neben Bischof Fürst auch Werner Dieste (Direktor MDR Landesfunkhaus Thüringen, Erfurt), Albert Herchenbach (Chefredakteur stadtgottes, Nettetal), Stefan Kläsener (Chefredakteur Westfalenpost, Hagen), Johannes Schießl (Chefredakteur Münchner Kirchenzeitung, München) und Elvira Steppacher (Direktorin des Instituts zur Förderung Publizistischen Nachwuchses, München).



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