Preise: 731 | Gewinner: 16362 | 24.08.2019 | facebook facebook


27 | 11 | 2011

 

JOURNALISTENPREISE-NEWS


Vier Journalistinnen gewinnen Psychiatrie-Journalistenpreis

Newsbild New

 
Das Autoren-Team Marieke Degen und Kristin Raabe, die Hörfunkjournalistin Andrea Westhoff sowie die Fernsehjournalistin Rita Stingl haben den Journalistenpreis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) gewonnen. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird von der DGPPN in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen, die Preissumme wurde in diesem Jahr zu gleichen Teilen unter den Preisträgerinnen aufgeteilt.

 

  Gleich zwei Beiträge wurden in der Kategorie Hörfunk ausgezeichnet: Der Radio-Beitrag Die Neuvermessung des Bösen des Autorenduos Marieke Degen und Kristin Raabe zeigt die biologischen und psychologischen Mechanismen der Gewaltentstehung auf. Dabei werden auch aktuelle Studienergebnisse mit einbezogen. Das zweiteilige Feature, das am 12. und 13. Juni 2011 im Deutschlandfunk gesendet wurde, besticht durch seine sachliche Darstellungsweise. Das unterscheide diesen Beitrag von vielen anderen Medienberichten, die sich oftmals polemisch mit dem Thema Gewalt auseinandersetzten, heißt es in der Jurybegründung. Darüber hinaus nutzten die Autorinnen die Darstellungsformen des Mediums Radio so geschickt, dass eindrucksstarke Bilder im Kopf entstehen. Wissenschaft werde tatsächlich so spannend wird wie ein Krimi erzählt, so die Jury weiter.

Ebenso überzeugte die Jury der Radiobeitrag von Andrea Westhoff. Ihr Beitrag Geister und Seele, der am 13. Januar 2011 im Deutschlandradio Kultur gesendet wurde, gibt Einblicke in das Arbeitsgebiet der transkulturellen Psychiatrie. In Deutschland leben etwa 18 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Einige Migranten sind bereits psychisch krank, wenn sie nach Deutschland kommen. Andere erkranken erst fernab der Heimat. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung von Migranten stellt Ärzte und Therapeuten vor vielfältige Herausforderungen. Es gibt nicht nur Probleme bei der sprachlichen Verständigung, sondern auch kulturelle Unterschiede im Verständnis von psychischen Erkrankungen. Der Beitrag bringe das derzeit noch wenig bekannte Thema der psychischen Erkrankungen unter Migranten in die Öffentlichkeit. Er lehre uns, wie wichtig die Auseinandersetzung mit fremden Kulturen für ein besseres Verständnis untereinander sei, so die Jury.

Die Fernsehjournalistin Rita Stingl ist für die ZDF-Reportage Waschen, zählen, kontrollieren Wenn Zwänge das Leben beherrschen in der Kategorie Fernsehen mit dem DGPPN-Medienpreis ausgezeichnet worden. Der Beitrag, der am 8. Mai 2011 ausgestrahlt wurde, macht auf die Situation der rund eine Million Deutsche aufmerksam, die an Zwangsstörungen leiden. Ist der Herd aus, die Tür wirklich abgeschlossen? Solche Gedanken kennt jeder. Doch bei vielen steigert sich die Vorsichtsmaßnahme zum quälenden Zwang, wird zu einer die Existenz bedrohenden Krankheit. Am Ende dauert das ständige Kontrollieren oder Putzen gar Stunden und führt für viele in die Arbeitsunfähigkeit. Der Film begleitet Zwangspatienten in ihrem Alltag und informiert über therapeutische Hilfsmöglichkeiten. Der Film zeige auf fast quälende Weise den Kampf der Betroffenen gegen die Krankheit und mache für den Zuschauer erfahrbar, was es heißt, an einer Zwangsstörung erkrankt zu sein, heißt es in der Jurybegründung.

Hintergrund und Jury

Mit dem Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus würdigen DGPPN und die Stiftung für Seelische Gesundheit engagierte Journalistinnen und Journalisten im Bereich Wissenschaftsberichterstattung der Print- bzw. Elektronikmedien für hervorragende Leistungen. Die Jury, zu der unter anderem Harro Albrecht (Die Zeit, Hamburg), Judith Baensch (RTL-aktuell, Köln), Ulrike Eichin (ZDF, Mainz), Joachim Müller-Jung (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt/Main), Jochen Niehaus (Focus, München) sowie Volker Weinl (Bild am Sonntag, Berlin), gehörten, hat die preiswürdigen Beiträge aus über 60 Einsendungen ausgewählt. Voraussetzung für die Bewerbung, zu der auch ausdrücklich junge Autorinnen und Autoren aufgefordert waren, sollten Beiträge sein, die zur Popularisierung wissenschaftlicher Sachverhalte aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie sowie seelische Gesundheit beitragen.



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