Preise: 722 | Gewinner: 15957 | 20.04.2019 | facebook facebook


31 | 05 | 2012

 

JOURNALISTENPREISE.DE INTERVIEW


"Viel wichtiger als alle Preise sind zufriedene Leser"

Newsbild New

 
Carsten Erdmann (Foto) leitet seit dem 1. Mai 2004 die Redaktion der Berliner Morgenpost, die im Axel-Springer-Verlag erscheint. Im Interview mit JOURNALISTENPREISE spricht er über die Relevanz von Preisen, zufriedene Leser und gute Reporter.

 

  JournalistenPreise.de: Herr Erdmann, Ihre Redaktion gilt inzwischen als die höchstdekorierte Hauptstadtzeitung überhaupt. Wie fühlt es sich da an, ein Team zu leiten, dessen Beiträge auch von Experten geschätzt werden?

Carsten Erdmann: Das sind großartige Erfolge für unser Team. Aber man darf eines nicht vergessen: Was einer Jury gefällt, müssen Leser nicht unbedingt auch mögen. Die meisten Journalistenpreise sind eine Bewertung der Redaktionsarbeit durch Kollegen und Experten. Das ist ehrenvoll, aber für die tägliche Arbeit am Blatt nicht ganz so bedeutsam wie man meinen sollte. Viel wichtiger als alle Preise sind zufriedene Leser. Und die sind mindestens so kritisch wie eine Jury, und zwar jeden Tag.


JournalistenPreise.de: Fordern Sie Ihre Redakteure konkret auf, an Journalistenwettbewerben teilzunehmen?

Carsten Erdmann: Da gibt es keine generelle Ansage. Jede Kollege, jede Kollegin kann bei uns selbst entscheiden, ob und bei welchem Preis wer mitmachen will. Die Chefredaktion unterstützt diese Einreichungen. Ich freue ich natürlich, wenn wir bei den relevanten Wettbewerben mit im Rennen sind.


JournalistenPreise.de: Auf welche Journalistenpreise sind Sie besonders stolz?

Carsten Erdmann: Ganz ehrlich: Wir freuen uns über jede einzelne Auszeichnung. Ob Emma-Preis, Konrad-Adenauer- und Wächterpreis im vergangenen Jahr oder vor wenigen Wochen die Auszeichnung in Wien als "European Newspaper of the Year". Offenbar leisten wir aus Sicht der Jurys kontinuierlich gute journalistische Arbeit. Seit 2007 haben Reporter der Morgenpost vier Mal den Theodor-Wolff-Preis gewonnen. Bei einer Feier hat ein Kollege neulich gesagt: Dies hätte ich ohne mein Team nicht geschafft. Er hat Recht. Wir haben eine großartige Mannschaft, die Tag für Tag mit Begeisterung die beste Zeitung für Berlin machen will.


JournalistenPreise.de: Wie vermitteln Sie Ihren Lesern, dass sie eine preisgekrönte Tageszeitung in der Hand halten?

Carsten Erdmann: Wir berichten über solche Auszeichnungen, aber eher zurückhaltend. Zum Jahreswechsel haben wir eine Anzeige mit den Preisen geschaltet und uns bei unseren Lesern für Ihre Treue bedankt und dafür, dass sie unsere Arbeit möglich machen.


JournalistenPreise.de: Was macht aus Ihrer Sicht eine gute Reportage in einer Regionalzeitung aus?

Carsten Erdmann: Eine gute Reportage taucht tief in das Geschehen ein, ist sauber recherchiert und exzellent geschrieben sein. Wenn Sie es dann noch schafft, den Leser zu überraschen oder emotional zu berühren - sei es inhaltlich oder mit einer besonders originellen Form, dann haben wir einen guten Job gemacht.


JournalistenPreise.de: Und was zeichnet einen guten Reporter aus?

Carsten Erdmann: Gute Schreibe, Recherchetalent und vor allem Neugier. Letzteres kann man nicht lernen. Das hat man oder eben nicht. Und: Ein Reporter braucht einen inneren Kompass, der ihn Geschichten einschätzen und Grenzen erkennen läßt. Das vielleicht etwas altmodische Wort dafür heißt: Haltung.


JournalistenPreise.de: Bei der Rhein-Zeitung wird jedes Preisgeld verdoppelt, das ein Reporter der Zeitunggewinnt. Was halten Sie davon?

Carsten Erdmann: Aus meiner Sicht geht es nicht um einen materiellen, sondern eher um einen ideellen Wettbewerb.


JournalistenPreise.de: Aktuell wird heftig über den Nannen-Skandal diskutiert. Hans Leyendecker, Klaus Ott und Nicolas Richter haben den Preis nicht angenommen, weil die Bild-Zeitung den Preis ebenfalls erhalten hat. Verdienen Boulevard-Journalisten keinen Preis, wenn Sie bei der Bild-Zeitung arbeiten?

Carsten Erdmann: Ich finde die Ablehnung unsouverän und halte die ganze Debatte für eher rückwärtsgewandt. Ich habe das Gefühl, dass einige Kollegen außerhalb unseres Hauses diesen Fall als Werbefeldzug in eigener Sache nutzen.


JournalistenPreise.de: Nehmen sich manche Journalisten zu ernst?

Carsten Erdmann: Journalisten sollten den Leser ernst nehmen. Das ist eine erfüllende Aufgabe.


Mit Carsten Erdmann, Chefredakteur der Berliner Morgenpost, sprach Bülend Ürük.



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