Preise: 725 | Gewinner: 15806 | 23.02.2019 | facebook facebook


09 | 09 | 2012

 

JOURNALISTENPREISE-NEWS


Startschuss für Reporterpreis

 
Mit dem deutschen Reporterpreis werden seit 2009 die herausragenden Reportagen, Interviews und Essays des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte zur Diskussion gestellt. Ab sofort können sich interessierte Journalisten erneut bewerben, Einsendeschluss in diesem Jahr ist der 1. Oktober 2012.

 

  Der Reporterpreis wird vom Verein Reporter-Forum vergeben. Vorsitzender ist Cordt Schnibben, stellvertretender Vorsitzender Stephan Lebert.

Der Reporterpreis wird in neun Kategorien vergeben.

Beste politische Reportage: Es gibt eine große Tradition der politischen Reportage in Deutschland, die durch Reporter wie Hans Ulrich Kempski, Herbert Riehl-Heyse, Jürgen Leinemann und Kurt Kister begründet wurde. Sie haben politische Vorgänge verständlich und Politiker durchschaubar gemacht. In den letzten Jahren spielt die Reportage in den Politikteilen der Tageszeitungen und Wochenblätter eine immer geringere Rolle, darum will das Reporterforum mit dem Preis für die beste politische Reportage junge Reporter motivieren, über den Politikbetrieb wieder mehr durch Reportagen zu berichten.

Beste Kulturreportage: In deutschen Feuilletons wird viel besprochen, gedacht, erörtert, verworfen, selten wird erzählt, die Entstehung kultureller Leistungen durchleuchtet, der Reiz des kulturellen Erlebnisses beschrieben. Es gibt interessante neue Beispiele für spannende Kulturreportagen, für ein Erzählen, das Beobachten mit Betrachten so mischt, dass eine neue Art von Text entsteht. Die wollen wir herausstellen.

Beste Lokalreportage: Reporter in Lokalredaktionen arbeiten unter besonders schwierigen Bedingungen, sie stehen unter Zeit-, Platz- und Kostendruck; sie müssen sich ihre Reportagen erkämpfen gegen widrige Umstände. Um so bemerkenswerter ist die Qualität vieler dieser Reportagen, sie zeigen, dass die Reportagen gerade in den Lokalteilen der Tageszeitungen unverzichtbar sind, weil sie nah dran sind am Leben der Leser und es widerspiegeln.

Beste Reportage: Auch in großen Redaktionen überregionaler Blätter wird der Platz und der Spielraum der Reporter beschnitten, der Preis für die beste Reportage des Jahres soll Ansporn sein für Reporter und Redaktionen, die große Reportage zu recherchieren und zu schreiben, immer wieder neu unerzählte Geschichten zu entdecken und sie auf ungewöhnliche Art zu erzählen.

Bester Essay: Oft ist das Erzählerische, die Reportage, eine zu szenische, zu gedankenarme, zu unintelligente journalistische Form, um über die Wirklichkeit und ihre Widerspiegelung im Überbau zu berichten. Zunehmend schreiben Reporter deshalb essayistische Reportagen, Texte, die irgendwo in der Wirklichkeit beginnen, aber dann lieber dem Gedanken folgen als der Erzählung. So entstehen beispielhaft gute Texte, die immer weniger Reportagen sind und immer mehr Essays und deshalb verdienen, mit einem Preis gewürdigt zu werden.

Bestes Interview: In den letzten Jahren haben Reporter neue Formen des Interviews entwickelt. Sie kombinieren beschreibende, erzählerische Passagen mit Interview-Teilen, sie pflegen wieder das lange Gespräch, das wie ein Portrait wirkt, oder sie kommentieren Antworten des Gesprächspartners, ordnen sie ein. Oder sie fragen einfach so genau und so hartnäckig, bis der Befragte dem Leser einen Einblick gewährt in ein Leben, das bisher im Verborgenen lag. So sind Interviewformen entstanden, die beispielhaft sind.

Beste Webreportage: Reporter im Netz erzählen auf neue Weise, sie kombinieren Text, Fotos und Sound zu Reportagen, die so nur im Web funktionieren. Wir wollen diese Experimente fördern und viele Reporter ermuntern, sich dieser neuen Art des Erzählens zuzuwenden.

Bester freier Reporter: Immer mehr Reporter arbeiten nicht mehr in Redaktionen, der wirtschaftliche Druck hat viele Zeitungen und Zeitschriften veranlasst, kostenaufwendige journalistische Formen auf Freie auszulagern. Sie tragen nun das Risiko aufwändiger Recherche und akribischer Textarbeit, viele von ihnen können sich Reportagen nicht mehr leisten. Sie wollen wir mit dem Preis für den besten freien Reporter ermuntern, weiter an Texten zu arbeiten, die ihnen wichtig sind, auch wenn sie sich vielleicht nicht mehr rechnen.

Grand Prix: In dieser Kategorie sollen Texte ausgezeichnet werden, die in keine Kategorie gehören, die auf originelle und neue Weise die Formen des herkömmlichen Journalismus überwinden und in die Zukunft weisen.

Eingereicht werden können alle deutschsprachigen Texte, die zwischen dem 1. Oktober 2011 und dem 30. September 2012 erschienen sind.

60 Vorjuroren aus mehr als 30 verschiedenen Redaktionen sichten die Einreichungen und nominieren in jeder Kategorie die besten Arbeiten, Texte aus der eigenen Redaktion liegen einem Vorjuror nicht vor.

Die nominierten Reportagen, Essays und Interviews werden auf der Website vorgestellt, in der Kategorie "Beste Reportage" können die Teilnehmer des Reporter-Forum Workshops in Hamburg als Juroren mitwirken.

Am 3. Dezember kommt die Jury des Deutschen Reporterpreises, in der Journalisten, Publizisten und qualifizierte Leser sitzen, in Berlin zusammen, diskutiert die besten Texte und übergibt die mit 25.000 Euro dotierten Preise abends an die ausgezeichneten Journalisten.



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