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11 | 06 | 2014

 

JOURNALISTENPREISE-NEWS


„Golden Pen of Freedom“ in Turin verliehen

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Die Auszeichnung „Golden Pen of Freedom“ (Goldener Füller der Freiheit) des Weltzeitungsverbands WAN-IFRA geht in diesem Jahr an den äthiopischen Journalisten Eskinder Nega (Foto: BDZV). Den Preis konnte Nega während der Eröffnungszeremonie des Weltkongresses der Zeitungen, des World Editors Forums und des World Advertising Forums am Pfingstmontag in Turin nicht persönlich entgegennehmen – er sitzt derzeit in Äthiopien im Gefängnis.

 

  Rund 1000 Verleger, Chefredakteure und andere leitende Führungskräfte der Zeitungsbranche beschäftigen sich beim 66. Weltkongress mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche und mit dem Thema Pressefreiheit.

Wie Erik Bjerager, Präsident des World Editor Forums, beim Weltzeitungskongress in Turin erklärte, würden viele Staaten Antiterrorgesetze missbrauchen, um gegen Journalisten, Blogger oder Meinungsfreiheitskämpfer vorzugehen. Mehr als 200 Journalisten saßen im vergangenen Jahr wegen solcher „anti-staatlicher“ Umtriebe im Gefängnis, so Bjerager, der daran scharfe Kritik übte: „Journalismus hat nichts mit Terrorismus zu tun.“

Einer dieser Inhaftierten ist Eskinder Nega. Seit Jahren setzt er sich für das Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit in Äthiopien ein, schreibt die WAN-IFRA in einer Pressemitteilung. 2005 wurden er und seine Frau Serkalem Fasil demnach des Hochverrats angeklagt. Das Paar verbrachte laut WAN-IFRA 17 Monate im Gefängnis. „Eskinder verlor seine Journalisten-Lizenz– trotzdem schrieb er nach seiner Freilassung weiter“, heißt es in der Mitteilung. Im September 2011 habe Eskinder Nega öffentlich die Pressefreiheit in Äthiopien kritisiert und zur Diskussion gestellt, ob der Arabische Frühling auch auf Äthiopien übergreifen könnte.

In einem Artikel habe er außerdem der Regierung vorgeworfen, mit der Anti-Terror-Gesetzgebung Kritiker zum Schweigen zu bringen. Dem äthiopischen Journalisten wurden terroristische Aktivitäten vorgeworfen – er wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt.
Den Preis für Eskinder Nega nahm auf Wunsch seiner Familie der schwedische Journalist Martin Schibbye entgegen.

Schibbye ist selbst ehemaliger Häftling des äthiopischen Regimes und saß zwischen 2011 und 2012 für elf Monate gemeinsam mit Nega im Gefängnis. Schibbye: „Eskinder Nega ist intelligent und gut ausgebildet – er hätte sich für ein einfaches Leben entscheiden und sich einen anderen Beruf aussuchen können. Doch seine Liebe für die Wahrheit, für sein Land und für seine Mitmenschen machte ihn zu einem Journalisten.“ Seine Sturheit demonstriere eine Zivilcourage, die heute mehr denn je gebraucht werde.



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