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Im Interview - Prof. Günter M. Ziegler


Prof. Ziegler
Prof. Günter M. Ziegler.
Foto: Sandro Most

„Wir wollen Mut machen“



Für Mathematik begeistern möchte Prof. Günter M. Ziegler, Präsident der Deutschen Mathematikervereinigung. Im JournalistenPreise.de-Interview fordert er mehr Phantasie in der Berichterstattung und spricht über die positive Resonanz zum bundesweiten „Jahr der Mathematik“.

JournalistenPreise.de: Seit dem Jahr 2002 wird der Journalistenpreis der DMV ausgeschrieben. Wird über Mathematik in den deutschen Medien zu wenig berichtet?

Prof. Ziegler: Um aus einem Aufsatz auf www.heise.de vom 17.6.2008 zu zitieren: „Ein Vierteljahrhundert vor dem Jahr der Mathematik war diese Wissenschaft nur dann ein Thema für die Presse, wenn kleine Kinder gequält wurden wie im Falle der berühmt-berüchtigten Mengenlehre.“ Über Mathematik wurde zu wenig berichtet, mit zu wenig Selbstvertrauen, mit wenig Engagement und mit viel zu wenig Phantasie. Wir haben den Journalistenpreis ausgeschrieben, um alle zu ermutigen, die da mit engagierter Berichterstattung etwas beitragen und eben auch auffallen wollen.


JournalistenPreise.de: 2008 ist das Jahr der Mathematik. Können Sie feststellen, dass wirklich mehr Mathematik in den Medien vorkommt?

Prof. Ziegler: Die Medienresonanz auf das Jahr ist unglaublich, wir sind  dafür sehr dankbar. Der Pressespiegel des Jahres zeigt jede Woche ca. 150 Seiten, quer durch alle deutschen Medien in Print, Funk und Fernsehen. Das hat uns, die „Macher“ des Mathematikjahres, überrascht - aber ich glaube, auch die Journalisten und Journalistinnen waren überrascht von der Vielfalt des Faches, die sich da plötzlich erschließen ließ! Damit ist also auch wissenschaftsjournalistisch eine unglaubliche Bewegung entstanden, wir haben Schwung bekommen, und ich hoffe, dass sich das auch 2009 und 2010 fortsetzt.


JournalistenPreise.de: Welche Resonanz haben Sie auf Ihren Medienpreis? Wieviele Journalisten beteiligen sich mit Beiträgen?

Prof. Ziegler: Die Resonanz war von Anfang an erfreulich. Zur letzten Ausschreibung hatten wir über 20 interessante Einreichungen. In diesem Jahr, dem Jahr der Mathematik, erhoffe und erwarte ich mir sehr viel mehr.


JournalistenPreise.de: Steht der Journalistenpreis der DMV allein? In welchen Kontext stellen Sie ihn?

Prof. Ziegler: Der Journalistenpreis, den wir ausschreiben, wird für einen einzelnen Beitrag verliehen. Gleichzeitig verleihen wir den Medienpreis für ein „Gesamtwerk“ - der Medienpreis wird nicht ausgeschrieben, sondern die Jury findet den Preisträger selbst. Im Jahr 2006 hat die Jury noch Hans Magnus Enzensberger eine besondere Ehrung zugedacht: Sie hat eine „algebraische Fläche“ nach ihm benannt, das ist jetzt der „Enzensberger Stern“. 2008 gibt es wieder etwas Besonderes, wir haben mit dem Journalistenpreis auch noch einen Cartoonpreis ausgeschrieben. Mal sehen, was da kommt (die bisherigen Einreichungen sind spannend und vielfältig). Die drei Preise, also Journalistenpreis, Medienpreis und Cartoonpreis werden auf einer Gala am 7. November in Berlin gemeinsam verliehen.

Prof. Ziegler
Sie engagieren sich für das „Jahr der Mathematik“ (von links): Dr. Klaus Kinkel, Präsident der Deutsche Telekom Stiftung, Bundesministerin Dr. Annette Schavan, Prof. Günter M. Ziegler, Präsident der DMV und Prof. Gerold Wefer, Vorsitzender von „Wissenschaft im Dialog“. Foto: Amin Akhtar

JournalistenPreise.de: Viele Journalisten sagen, dass Sie nicht gerade begnadete Mathematiker seien. Wie nehmen Sie Ihre Angst vor diesem Thema?

Prof. Ziegler: Ich wünsche mir Neugier. Über Mathematik schreiben heißt ja nicht, dass man dozieren will oder sollte, und oft kann man auch gar nicht viel erklären - Mathematik ist aber eine lebendige Wissenschaft, also gibt es viel zu entdecken, und viel zu erzählen.


JournalistenPreise.de: Warum sollten Journalisten gerade an Ihrem Journalistenpreis teilnehmen?

Prof. Ziegler: Weil die Auszeichnung gleichzeitig einen neuen Zugang zur Community und eine breite Sichtbarkeit in der Community bietet. So wird der preisgekrönte Beitrag noch einmal in den „Mitteilungen der DMV“ präsentiert. Und die Mathematik ist immer noch ein reiches Betätigungsfeld für die Berichterstattung, in dem viele Geschichten zu entdecken und lohnende (journalistische) Entdeckungen zu machen sind. Dafür ist der Preis eine Auszeichnung, aber eben auch eine Einladung.


JournalistenPreise.de: Hand aufs Herz: Lohnt sich der Aufwand, einen eigenen Medienpreis zu etablieren? Würden Sie anderen Einrichtungen oder Verbänden, die ein wichtiges Thema in die Medien transportieren möchten, empfehlen, einen Journalistenpreis auszuschreiben? Warum?

Prof. Ziegler: Einen Medienpreis zu etablieren ist harte Arbeit,  und auch wenn das für uns erfolgreich und lohnend ist, ist das „Schema“ sicher nicht beliebig reproduzierbar. Immerhin muss man da einen langen Atem haben, eben auch Kontinuität sichern, nicht nur Kontinuität im Preisgeld, sondern auch Kontinuität in Betreuung und Präsentation des Preises. Das tun wir mit viel Engagement, etwa in dem Anspruch, dass auch die Preisverleihung „etwas Besonderes“ sein muss. Die Medienpreise der DMV waren eine Initiative meines Vorgängers Prof. Peter Gritzmann, für die ich ihm sehr dankbar bin.


Die Fragen stellte Bülend Ürük.

Prof. Ziegler
Zur Person:


Professor Günter M. Ziegler, Jahrgang 1963, ist seit 2006 der Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung.
Der Professor für Mathematik an der TU Berlin ist seit 2002 Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 2001 wurde er mit dem renommierten Leibnizpreis der DFG ausgezeichnet, 2008 erhält er den Communicatorpreis des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Gemeinsam mit Martin Aigner gelang ihm mit „Das BUCH der Beweise“ ein wissenschaftlicher Bestseller, der inzwischen in 12 Sprachen vorliegt. Von 1997 bis 2000 war er Herausgeber der „Mitteilungen der DMV“, seitdem schreibt er dort die Kolumne „Mathematik im Alltag“.

Er bloggt unter http://www.wissenslogs.de.
 
Prof. Günter M. Ziegler.
Foto: U. Dahl/TU Berlin

 


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