Preise: 676 | Gewinner: 13801 | 23.03.2017 | facebook facebook

Im Interview - Sebastian Brinkmann


Sebastian Brinkmann
Sebastian Brinkmann
Fotos: Olaf Staschik

Tiefe Einblicke in die Journalisten-Welt



Auf ein freiwilliges Angebot macht der Journalist Sebastian Brinkmann seit Jahren mit seiner Webseite Pressekonditionen.de aufmerksam. Den Nutzern stellt er fast 1300 spezielle Ermäßigungen für Journalisten vor. Im Gespräch mit JournalistenPreise.de warnt er aber, die Offerten als Selbstverständlichkeit zu betrachten und berichtet von Journalisten, die teilweise sogar mit Drohungen um Rabatte "bitten".

JournalistenPreise.de: Was ist das Ziel von Pressekonditionen.de?

Sebastian Brinkmann: Mit Pressekonditionen.de verfolge ich zwei Ziele: Ich möchte das Thema Journalistenrabatte öffentlich machen, damit auch Leser/Zuschauer/Zuhörer sich über die Angebote informieren können, die Journalisten bekommen. Auf diese Weise schaffe ich Transparenz und die ist sehr wichtig. Das zweite Thema ist es natürlich, Journalisten einen sehr aktuellen und praktischen Service zu bieten. Jeder spart gerne und vor allem freie Journalisten müssen das oft sogar.


JournalistenPreise.de: Waren und Dienstleistungen günstiger erhalten, nur weil man als Journalist arbeitet: Ist das nicht verwerflich?

Sebastian Brinkmann: Aus meiner Sicht ist es nicht verwerflich, wenn man verantwortungsvoll mit den Rabatten umgeht. Viele Journalisten, die ihr Auto oder ihren Urlaub mit Rabatt bekommen, werden nicht in die Verlegenheit kommen, über das Unternehmen auch zu berichten. Problematisch - aber leider nicht außergewöhnlich - ist es aus meiner Sicht, wenn Firmen Journalisten gezielt Rabatte anbieten, um ihre Berichterstattung zu beeinflussen. Deshalb sollten Journalisten aus meiner Sicht keine individuellen Rabatte annehmen und vorsichtig bei Unternehmen sein, über die sie regelmäßig berichten.


JournalistenPreise.de: Gab es schon Kritik von Kollegen?

Sebastian Brinkmann: Ja, natürlich gibt es Kritik von Kollegen. Leider haben die wenigsten aber den Mut, dann auch eine richtige E-Mail-Adresse anzugeben, damit ich ihnen antworten kann.


JournalistenPreise.de: Tausende von Journalisten interessieren sich für Ihr Angebot. Wieviel Zeit verschlingt Pressekonditionen.de in der Woche? Haben Sie neben Ihrer Arbeit überhaupt noch andere Freizeit?

Sebastian Brinkmann: Ich habe Pressekonditionen.de von Anfang an so konzipiert, dass möglichst viele Sachen automatisch laufen oder mit möglichst wenigen Klicks erledigt werden können. Pro Tag investiere ich rund 30 bis 60 Minuten in meine Website und da bleibt durchaus Zeit für andere Hobbys. Es macht einfach viel Freunde, wenn man sieht, dass das eigene Hobby so viele Menschen erfreut und sie dazu bringt, ein Lob per E-Mail zu schicken oder mich auf Veranstaltungen anzusprechen.


Sebastian Brinkmann
Mit dem Erfolg von Pressekonditionen.de hatte Sebastian Brinkmann nicht gerechnet - heute lesen 16.000 Journalisten seinen Newsletter.

JournalistenPreise.de: Für welche Journalistenrabatte interessieren sich Journalisten in Deutschland besonders?

Sebastian Brinkmann: Ganz oben auf der Top100-Liste für 2007 stand wieder einmal die Fluggesellschaft Air Berlin, die seit Jahren 50 Prozent auf Tickets bietet. Übrigens gefolgt von LTU, die inzwischen von Air Berlin übernommen wurden. Danach folgen weitere Reiseanbieter wie Condor, Tuifly, Deutsche Bahn und Germanwings. Die Liste zeigt deutlich: Beim Urlaub wird gerne ein Rabatt genutzt.


JournalistenPreise.de: Haben Sie mit dem Erfolg der Webseite in der Form gerechnet?

Sebastian Brinkmann: Offen gesagt nein. Ich habe Anfang 2000 eher durch Zufall entdeckt, dass die Domain www.pressekonditionen.de noch frei war und sie spontan reserviert. Lange Zeit hatte ich den kühnen Wunsch, eines Tages 10.000 Newsletter-Abonnenten zu haben. Das schien lange Zeit nur ein Traum zu bleiben - heute habe ich mehr als 16.000.


JournalistenPreise.de: Mit www.JournalistenPreise.de ist die Referenz für Journalistenpreise ins Netz gegangen. Warum sollten Journalisten an Ausschreibungen teilnehmen? Und worauf sollten sie sich auf keinen Fall einlassen?

Sebastian Brinkmann: Ich finde es gut, wenn Journalisten sich mit anderen messen und deshalb an solchen Wettbewerben teilnehmen. Es tut gut, wenn eine unabhängige Jury über die eigene Arbeit urteilt und man den Ansporn hat, einen richtig guten Text zu schreiben. "Unabhängig" ist auch gleich mein Stichwort für die Kritik an Journalistenpreisen. Es ist aus meiner Sicht problematisch, wenn Firmen Journalistenpreise hoch dotiert ausschreiben, nur damit Journalisten über ein eigentlich uninteressantes Thema schreiben.


JournalistenPreise.de: Gibt es einen Journalistenpreis, den Sie selbst einmal gerne gewinnen würden?

Sebastian Brinkmann: Spontan würde ich den Pulitzer-Preis nennen, aber das ist wohl der Traum eines jeden Journalisten - dabei können ihn deutsche Journalisten überhaupt nicht gewinnen. Ich finden den Theodor-Wolff-Preis sehr gut, weil er guten Journalismus belohnt. Einer meiner ersten Förderer auf dem Weg in den Journalismus hat ihn vor Jahren bekommen und das beeindruckt mich bis heute.


JournalistenPreise.de: Was ärgert Sie beim Thema Journalistenrabatte?

Sebastian Brinkmann: Ich bin manches Mal erschüttert, wenn ich erfahre, wie einige Kollegen Rabatte geradezu verlangen oder gar mit schlechter Berichterstattung drohen, wenn ihnen die Vergünstigung verwehrt wird. Allen Kollegen sollte klar sein, dass Pressekonditionen ein freiwilliges Angebot der Firmen sind und man nicht deshalb ein besserer Kunde ist, weil man einen Presseausweis in der Tasche hat.


Die Fragen stellte Bülend Ürük.

Sebastian Brinkmann
Zur Person:


Sebastian Brinkmann hat Pressekonditionen.de im August 2000 gestartet, als er noch Student der Romanistik und Politikwissenschaft war. Nach einem Volontariat bei der Rheinischen Post ist der 31-Jährige heute als Channelmanager bei RP ONLINE tätig. Er arbeitet unter anderem an der Weiterentwicklung des Internetportals der Rheinischen Post.
 
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