Preise: 702 | Gewinner: 14674 | 17.12.2017 | facebook facebook

Im Interview - Sebastian Blohm


Sebastian Blohm
Sebastian Blohm. Fotos: Reemtsma

Liberty Award: Ein Preis für die Freiheit



Warum gerade ein Zigarettenkonzern einen Preis für journalistische Freiheit ausschreibt, verrät Sebastian Blohm (33), Leiter Kommunikation und Politik von Reemtsma, im JournalistenPreise.de-Interview. Blohm ist von Hause aus selbst Journalist und war Volontär der Westfälischen Rundschau (WR) in Dortmund.

JournalistenPreise.de: Was genau verbirgt sich hinter dem Liberty Award?

Sebastian Blohm: Der Liberty Award würdigt im Ausland tätige Korrespondenten und Reporter, die in deutscher Sprache publizieren oder senden. Die Arbeit der Journalisten muss dabei Außergewöhnliches für den Wert der Freiheit leisten. Reemtsma hat den Preis 2007 ins Leben gerufen hat. Er ist dotiert mit 15.000 Euro.


JournalistenPreise.de: Welche Qualität haben die Bewerbungen für den Liberty Award?

Sebastian Blohm: Die Qualität ist hoch. Das zeigen auch die bisherigen Gewinner Georg Blume und Fiona Ehlers, die für die Qualitätsmedien ZEIT und SPIEGEL schreiben. Das liegt aus meiner Sicht an zwei Gründen: 1. Es gibt keinen anderen Preis für Auslandsberichterstattung. 2. Die Jury ist hochkarätig, anerkannt und unabhängig.


JournalistenPreise.de: Ihre Jury ist hochkarätig besetzt - ob Markwort, Herlyn, Reim oder Heye - viele A-Journalisten sind vertreten. Wie schwer ist es, diese Top-Leute für die eigene Jury zu gewinnen?

Sebastian Blohm: Die Jury ist vollkommen unabhängig. Das ist die zentrale Voraussetzung, um anerkannte und qualifizierte Journalisten und Kommunikationsexperten zu gewinnen. Gleichzeitig ist es für die Mitglieder der Jury auch reizvoll, ihre Argumente um die besten Beiträge auszutauschen mit Medienwissenschaftlern wie den Professoren Bentele und Donsbach, die qua ihres Berufes eine leicht andere Perspektive auf Texte und Beiträge haben. Die Jury ist seit Beginn fast unverändert: Auch das spricht dafür, dass die Mitglieder ihre Arbeit richtig und sinnvoll finden und deswegen mitmachen.

Liberty Award
Prof. Dr. Günter Bentele, Hartmann von der Tann, Preisträgerin Fiona Ehlers, Dr. Hajo Schumacher, Prof.Dr. Wolfgang Donsbach und Richard Gretler beim Liberty Award.

JournalistenPreise.de: Ihr Preis fördert den Einsatz von Journalisten im Ausland. Gibt es denn noch Stücke in Print oder im Fernsehen, die sie noch richtig überraschen und tatsächlich neue Einblicke in fremde Kulturen bieten, die es so bislang noch nicht gab?

Sebastian Blohm: Auf jeden Fall. Die Preisträger aus 2007 und 2008 haben das zum Beispiel geschafft. Georg Blumes Berichte aus China sind sehr viel differenzierter, als China in reinen Nachrichten gezeigt wird. Und Fiona Ehlers hat über chinesische Wanderarbeiter in Italien berichtet. Ein Thema, dass auch durch Roberto Savianos Erfolgsbuch Gomorrha bekannt wurde. Die Welt ist soviel differenzierter als es uns Nachrichten-Stücke zeigen. Reportagen, Essays, Features aus fremden Kulturen begeistern – und das Reservoir an noch nicht veröffentlichten Geschichten ist unerschöpflich.

JournalistenPreise.de: Auslandskorrespondenten klagen wie der ehemalige ZDF-Journalist Ulrich Tilgner häufig über das Desinteresse der Heimatredaktionen über Auslandsthemen. Woher kommt das Desinteresse für die Arbeit der Korrespondenten?

Sebastian Blohm: Hier kann ich nur Vermutungen aufstellen. Als ehemaliger Journalist habe ich gelernt, dass die räumliche Nähe entscheidend für das Interesse der Leser ist. Dieses Denken ist vermutlich in den Redaktionen sehr präsent. Ich könnte mir aber vorstellen, dass sich dieses Denken durch die Erfahrungen, die man mit Internetlesern sammelt oder durch neuartige Lese-Studien, ändert. Denn dort zeigt sich häufig das Gegenteil: Ist die Geschichte interessant, ist es egal, wie weit entfernt sie stattfindet.


JournalistenPreise.de: Antonia Rados gilt als die prominenteste deutschsprachige Journalistin, die regelmäßig von den Krisenherden dieser Welt berichtet. Jetzt kehrt sie zurück vom ZDF zu RTL. Warum funktioniert ihre Art der Auslandsreportage - die starke Emotionalisierung, der starke Zuschnitt ganz auf ihre Person - bei einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht?

Sebastian Blohm: Ich denke, dass die Sender grundlegend andere Zuschauer haben, die andere Gewohnheiten und Vorlieben haben. Dies muss man bei allen Entscheidungen, die Programm und Personen betreffen, berücksichtigen. Auf der anderen Seite haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender auch gewandelt. In vielen Dingen verschwimmen die Unterschiede bereits.


Die Fragen stellte Bülend Ürük.

Sebastian Blohm
Zur Person:

Sebastian Blohm (33 Jahre) ist seit Februar 2005 bei Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH in Hamburg. Als Leiter Kommunikation und Politik (Media Relations Manager) verantwortet er alle interne und externe Kommunikation in Deutschland und Österreich. Der gelernte Journalist hat sein Volontariat bei der in Dortmund erscheinenden Westfälischen Rundschaud (WR) absolviert und schrieb für das Handelsblatt. Nach dem MBA stieg er bei Reemtsma ein.

Internet: http://www.libertyaward.de/

 
Sebastian Blohm.

 


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