Preise: 699 | Gewinner: 14248 | 25.09.2017 | facebook facebook

Im Interview - Der COR Journalistenpreis


Leo Lübke
Leo Lübke,
Geschäftsführender Gesellschafter

„Ein hübsches Wohnzimmer ist eine Art Grundbedürfnis des Menschen“


„Ein Tisch, ist ein Tisch, ist ein Tisch“ sagt der Schweizer Autor Peter Bichsel. Es scheint, als hätte er nicht unbedingt einen engen Bezug zu seinen Einrichtungsgegenständen. Was soll man auch über Möbel sagen und schreiben. Ein Tisch ist ein Tisch, ein Stuhl ist ein Stuhl und eine Lampe ist eben eine Lampe. Dabei wird’s auch langfristig bleiben.

Der gute Mann wird wahrscheinlich noch nichts von dem COR Preis Wohnen und Design gehört haben. Wer hier gewinnen will, muss genau das tun, was Herr Bichsel nicht kann: Schreiben über Wohnen, Design, Möbel und Lebensart. Den Preis gibt es seit 2004 und wurde in diesem Jahr also zum 6. Mal vergeben.

Unter den Journalistenpreisen ist der COR Preis Wohnen und Design einzigartig. Nirgendwo sonst wird „Qualitätsjournalismus zum Thema Wohnen und Design“ ausgezeichnet.  Die Macher wollen damit das Thema Wohnen nachhaltig fördern. Immerhin ist ein hübsches Wohnzimmer eine Art Grundbedürfnis des Menschen.

Was gibt es zu gewinnen?

Ziemlich viel. Neben Ruhm und Ehre gibt es 6.500 Euro für den Hauptpreis. Für Autoren unter 35 winkt der Nachwuchspreis mit 3.500 Euro. COR lässt sich den Preis also insgesamt 10.000 Euro kosten. Geehrt werden die Gewinner einmal im Jahr in aller Festlichkeit. 2010 war das zum Beispiel auf der Möbelmesse IMM in Köln.

Wer kann mitmachen?

Alle Journalisten und solche, die es gerne sein möchten. Allerdings richtet sich der Preis ausschließlich an Printerzeugnisse in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Radio und Fernsehbeiträge dürfen leider nicht eingereicht werden. Wichtig ist auch, dass der Text bereits veröffentlicht wurde. In der Darstellungsform sind die Bewerber vollkommen frei.

Feature, Reportage, Essay oder Interview – alles ist erlaubt.

Der COR Preis für 2010 ist schon vergeben. Für 2011 ist der Zug aber noch nicht abgefahren. Bis zum 07. November 2010 können noch Artikel eingereicht werden.

Zusätzlich wertet eine Arbeitsgruppe des unabhängigen Institutes für Medienforschung der Universität Siegen unter Leitung von Dr. Helmut Hauptmeier deutschsprachige Veröffentlichungen kontinuierlich auf preiswürdige Artikel aus.

Internationales Journalistenprogramm
Dr. Helmut Hauptmeier (Monitoring/Universität Siegen), Dr. Dorothée Müller (Jury), Ulrich Brenner (Jury), Thomas Edelmann (Jury), Amélie von Heydebreck (Jury), Max Fellmann (Hauptpreis), Rico Czerwinski (Nachwuchspreis), Leo Lübke (Geschäftsführender Gesellschafter/Preisstifter)

Was soll ich denn schreiben?

Einfach die Einrichtung des eigenen Wohnzimmers zu beschreiben wird wahrscheinlich nicht ausreichen um das Preisgeld abzusahnen. Kreativität ist gefragt! Themen sind schwer zu finden - aber Orchideenreportagen hatten schon immer ihren Reiz. Mut gehört natürlich schon dazu, sich auch mal auf Möbel und Design einzulassen.

Max Fellmann, der Preisträger von 2010, hat es richtig gemacht. Er konnte die ganze Wehmut um das Verbot der Glühbirnen nicht verstehen und schrieb einen Artikel über die Zukunft der Beleuchtung: „LED it rock“ heißt sein Werk. Dass die Glühbirne abgeschafft wird, war für ihn die beste Nachricht überhaupt. Denn „Die Zukunft hat ihr eigenes Licht!“ Ohne pädagogischen Zeigefinger, leitet er uns zu mehr Zuversicht an. Wenn er nicht gerade Preise annimmt, arbeitet er als Redakteur beim Magazin der Süddeutschen Zeitung.

Nicht minder kreativ, aber vor allem feinfühlig war Rico Czerwinski. Er erhielt 2010 den Nachwuchspreis verliehen.

"Handwerk ist eine andere Art des Arbeitens. Und des Lebens", lesen wir in seinem Artikel „von Hand“. Er hat eine Reportage einem sehr rustikalen Handwerk, der Möbeltischlerei gewidmet. Es entstand ein fast philosophisches Werk, das dem Handwerk an sich tief in die Seele schaut. „Ruhig, ausdauernd, schnörkellos und der Sache dienend“ fand es die Jury. Für ihn war es übrigens nicht der erste Preis.

Rico Czerwinski – im echten Leben Redakteur bei „Das Magazin“ in Zürich – bekam schon den Axel-Springer-Preis, den Zürcher Journalistenpreis und den EMMA-Männerpreis.

Wer entscheidet?

Eine kleine Jury aus der Medienlandschaft. In den letzten Jahren war diese immer vom Fach und sehr hoch dekoriert. Die Jury 2010 bestand zum Beispiel aus dem Leiter der deutschen Journalistenschule in München Ulrich Brenner, dem freien Journalist Thomas Edelmann, der Herausgeberin des Magazins „Monopol“ Amélie von Heydebreck und Dr. Dorothee Müller von der Süddeutschen Zeitung.

Wer ist COR?

COR ist eine Sitzmöbelmanufaktur aus Rheda-Wiedenbrück. Sie wurde 1954 gegründet. Das Unternehmen beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und verschickt seine Produkte in 54 Länder auf der ganzen Welt. COR ist übrigens Lateinisch und bedeutet „Herz“. So arbeitet man auch: Innovation soll mit traditionellen Werten verknüpft werden.

Details zum Preis

Alle Infos auf JournalistenPreise.de: COR-Journalistenpreis

Von JournalistenPreise.de-Autor Tim Wessling (Text und Fotos)

 


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